Mit der Zeit wurde der Kontakt immer intensiver, da wir uns gegenseitig helfen konnten und uns auch sonst gut verstanden. So kam es auch, dass ich sie eines Abends bei mir Zuhause verführte. Damit änderte sich vieles, nicht auf Anhieb, aber es machte sich so nach und nach in meinem Alltag bemerkbar.
Ich hatte nicht vor in eine Partnerschaft mit ihr zu gehen, aber sie hatte schon fast die volle Kontrolle übernommen, ohne dass mir das recht bewusst war. Man nennt das wohl Ironie des Schicksals, denn schon meine Frau, mit der ich, juristisch gesehen, noch immer verheiratet war, hatte mich zuvor auch schon kontrolliert und total eingeengt. Es scheint ein Naturgesetz zu geben. Nur weil ich den Partner wechsle bedeutet dass noch nicht, dass ich meine Probleme wechsle, ich und meine Problem sind immer noch die selben.
Da ich sehr offen und ehrlich über mich und meine Situation reden konnte, gab ich natürlich mehr oder weniger alle meine Geheimnisse preis und es ist ein Leichtes für Jemand der damit rumspielen möchte, dies auch zu tun. Aber so war ich zu dieser Zeit und wie soll Vertrauen entstehen wenn nicht durch Ehrlichkeit. Es ist nicht so, dass ich heute nicht mehr ehrlich bin, aber ich mache heute einen Unterschied wem ich was und wann erzähle und gewisse Dinge spreche ich schlicht nicht mehr an.
So nach und nach erzählte sie mir auch von ihren Problemen und die waren alles andere als harmlos. Irgendwann einmal gab sie mir ein ärztliches Attest, worin zu lesen war, dass sie eine seltene Stoffwechselkrankheit habe die sich Morbus Fabry nennt. Ich hatte zuvor noch nie davon gehört und konnte mir auch nichts darunter vorstellen.
Sie sagte mir, dass ich jetzt gut zuhören und mir das merken soll, denn ihr Leben hängt davon ab. Sie erklärte mir, dass sie dadurch von anderen Menschen in lebensbedrohliche Situationen gebracht wurde und es wichtig sei, dass ich darüber informiert werde und ich wissen muss, was in einer solchen Situation zu tun sei. Ich hörte mir das in Ruhe an und verstand am Anfang nur Bahnhof.
Das war nicht gut, gar nicht gut, denn am nächsten Tag hatte ich bereits vergessen wie sich diese Krankheit nennt. Darauf angesprochen musste ich zugeben es nicht mehr zu wissen. Das hatte eine Moralpredigt zur Folge die sich gewaschen hat. Ja klar wenn dadurch das Leben eines Menschen bedroht wird, hat man ja auch ein gewisses Verständnis. Sie erklärte mir auch dass durch das erlebte von ihr Atemstörungen, Herzbeschwerden und Kopfschmerzen auslöste die sie Handlungsunfähig machte. Klar, damit war nicht zu spaßen. Was sollte ich da auch schon antworten. Jede unbedachte Antwort hat dazu geführt, dass sie noch mehr in Rage geriet und sich die geschilderte Symptomatik bemerkbar machte.
Ich versuchte also in diesen Situationen möglichst gelassen zu reagieren, was mir nicht immer gelang. Dies hatte zur Folge, daß ich immer ruhiger wurde und sie immer hektischer. Sie redetet überhaupt immer sehr viel und ausgiebig, so dass man praktisch gar nicht zu Wort kam.
Ein weiteres Problem war ihre Wohnsituation. Durch denunzierungen, also falschen Anschuldigungen von ihren Verfolgern hatte sie ihren Wohnsitz aufgeben müssen sich so eingemietet, dass sie niemand finden konnte. Sie war dort unter falschem Namen nicht einmal mir sagte sie wo sie genau wohnte.
Wenn ich sie mit dem Auto abholte, war das immer im Umkreis von etwa 200 m, so dass man nicht zurückverfolgen konnte wo das war, mich interessierte das auch nicht sonderlich, da ich für ihre Situation Verständnis hatte und sie mir auch vertrauen konnte. Dies ist meine Art, führte aber dazu, dass sie mir dies eines Tages vorhielt, so nach dem Motto, ich interessiere mich ja deshalb gar nicht richtig für sie. Ein richtiger Mann wäre ihr schon lange nachgegangen, schon alleine deswegen um mit ihr ins Bett zu steigen.
Ah ja, naja, Ansichtssache, was soll ich denn jetzt tun um es richtig zu machen? Egal wie man es anstellt, es ist falsch. Diese Erfahrung musste ich nun in Zukunft häufiger machen, aber das war erst der Anfang.
Durch eben mein “falsches Verhalten“, kam es immer öfter dazu, dass es bei ihr besagte Beschwerden auslöste. Das war ein echter Teufelskreis, denn ich konnte ihr nicht helfen und sie konnte auch nicht zu einem Arzt gehen oder auf die Notfallstation, da diese durch die Diffamierungen von ihren ehemaligen Peinigern, sie gar nicht mehr behandelten.
Außerdem hatten die meisten Ärzte ja auch keine Ahnung von dieser Krankheit. Das bedeutete man musste diesen Ärzten zuerst die Situation erklären und das verschlimmerte die Situation noch erheblich, da ja der Stress und Jedes Misstrauen gegen sie, diese Symptome auslöst. Die Ärzte möchten ja auch nicht als Vollidioten dastehen und geben dann in diesen Situationen leider auch die falschen Empfehlungen und Diagnosen. Sicher sind das nicht die Hauptsymptome gewesen, aber die Krankheit haben dies offensichtlich begünstigt.