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Donnerstag, 18. August 2011

Eintrag 6, Total überfordert


So was ist eine echte Achterbahn der Gefühle, ganz abgesehen davon, dass ein Tag nicht vorhersehbar und auch nicht zu planen war. Was am Anfang noch alle paar Tage mal vorkam, steigerte sich soweit bis sich dies fast täglich wiederholte. An schlafen war nicht mehr zu denken, ich war permanent übermüdet und machte mir langsam Sorgen wegen meiner Arbeit.

Irgendwann war ich mit der Situation so überfordert, dass ich eines Tages krank wurde. Ich bekam eine Gürtelrose und dachte, ich kann nun wenigsten ein paar Tage innehalten und mich regenerieren. Vor allem ging es mir auch mal darum zu überlegen, was ich machen könnte um dieses Dilemma aufzulösen.

Denkste, das war ein Grund aber kein Hindernis. Das interessierte sie nun überhaupt nicht, ich hatte während dieser Zeit so gut wie keine Erholungsphase, obwohl ich während dieser Zeit nicht arbeitete.

Mir wurde klar, dass das keine Sache ist die sich in ein paar Tagen legt, obwohl ich immer die Hoffnung hatte, dass wenn die Umstände günstiger wären, sich alles von alleine auflösen würde. Man versucht sich auch selber zu beruhigen um die Sache besser durchstehen zu können.

Trotzdem war einfach alles zu viel auch wenn ich noch jung war und voller Energie wuchs mir das alles über den Kopf und ich suchte verzweifelt nach einem Ausgang.

Das verrückte an der Sache war, sie hatte genug Geld, sie musste nicht arbeiten und konnte sich alles Leisten. Ich wusste nicht wie viel Geld sie hatte, aber es reichte um nicht arbeiten zu müssen, denn sonst hätte sie kaum die Zeit gefunden mich permanent auf Trab zu halten.

Ich hingegen war in Scheidung, hatte Schulden und wusste noch nicht mit was ich die Alimente für meine 2 Kinder und den Unterhalt meiner Frau bezahlen sollte. Außerdem musste ich mir eine Wohnung suchen, da der Vertrag nur befristet war. Daneben machte ich sonst noch kleine Arbeiten, da man mit Taxi fahren nicht reich werden kann.

Nicht dass ich von ihr erwartet hätte, dass sie mich finanziell unterstützt, aber ihr Verhalten mir gegenüber und ihre finanziellen Möglichkeiten waren schon mehr als grenzwertig.

So hat sie mir einmal das Haus gezeigt wo sie einst gewohnt hatte. Zuerst auf Fotos und dann sind wir mit dem Auto hingefahren. Man hat von außen nicht viel gesehen, da es von einer hohen Mauer eingezäunt war. Es war weder abfällig noch sonst irgendwie negativ gemeint, sondern eine einfache Feststellung, dass eben um das Haus eine Mauer war, die ich auch geäußert habe.

Wir fuhren wieder nach Hause ohne im Haus gewesen zu sein und nach bekanntem Muster, nachdem ich sie zu Hause abgesetzt hatte, hielt sie mir einen Vortrag am Telefon, wie undankbar ich sei und was ich “Loser“ für eine Einbildung hätte und das ich mir das gleich abschminken könne mit ihr dort zu wohnen.

Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Wegen einer unbedachten Bemerkung das schlimmere Übel in Kauf nehmen? Wenn man es sich “rein theoretisch“ gemeinsam gemütlich machen könnte, was hat man denn davon, gerade sie, die wegen jeder Kleinigkeit sich selber blockierte?

Gut gegangen wäre es ja ohnehin nicht und von dem Moment an hatte ich auch verstanden, dass ich von ihr keine wirkliche Hilfe erwarten kann. Das war auch von mir nie so erwartet worden. Sicher ist es angenehm sich auf dem Rücken anderer auszuruhen, aber für so was bin ich eben auch nicht der Typ, also hatte ich auch keine Probleme wenigstens damit klar zu kommen.

Das Problem war viel mehr, dass ich sie nicht mehr los wurde. Egal was ich auch unternahm, es führte zu nichts. Am Ende hatte ich nur Ärger, musste mich von ihr bloß stellen lassen und musste natürlich auch “in gewisser Weise“ dafür büssen. Aber es spielte ja mittlerweile keine Rolle, es war so oder so unangenehm, also machte ich mir keinerlei Illusionen wegen gar nichts mehr.

Auch wenn meine Probleme noch vorhanden waren, hatte ich immer weniger Zeit mich ihnen zu widmen. Am Ende muss man sich einfach die Frage stellen, was ist schlimmer? Auf das Problem konzentrieren konnte ich mich ohnehin nicht, da ich zu viele andere Gedanken im Kopf hatte was sie betraf. Es war auch nicht genug Zeit sich zu sammeln, da zu unerwarteter Zeit das Telefon läutete und ich entweder zuhören musste oder sonst irgendwas für sie erledigen musste und ich musste ja auch noch arbeiten.

Ob es mir passte oder nicht, ich übergab ihr auch das Zepter was meine Probleme betraf, so bestimmte sie mehr oder weniger, wann wir welches Problem erledigten, falls überhaupt Zeit vorhanden war.

Ich fragte mich natürlich permanent, wie man so viel Zeit aufwenden konnte, andere Menschen zu beschimpfen, ihnen immer wieder die gleichen Vorhaltungen zu machen und überhaupt, warum musste es immer nach ihrem Kopf gehen. Sie erwartete von mir, dass ich als eigenständiger Mann handle, hielt mich aber im gleichen Atemzug davon ab.

Sie hielt mich schlicht für unreif und unfähig, da sie schon viel mehr Erfahrung hatte, als ich. Ja sie war älter als ich, aber ich wusste nicht genau wie viel älter. Was konnte ich ihr überhaupt glauben? Ich musste wenigstens so tun als ob, was mir schon schwer genug gefallen ist. Heute weiß ich dass sie 20 Jahre älter war als ich. Sie hatte sich bloß um 12 Jahre älter gemacht.

Nicht dass mich das gestört hätte, sie sah noch so jung aus wie ich, es war überhaupt schwer ihr Alter zu schätzen. Sicher war ich unreif und ich hatte auch meinen eigenen sturen Kopf, trotzdem gibt das niemandem das Recht sich so in mein Leben einzumischen.

Donnerstag, 4. August 2011

Eintrag 5, ein Beispiel


Ich gebe ihnen hier ein konkretes Bespiel eines solchen Szenarios in diesem frühen Stadium.

An einem freien Tag von mir, machten wir einen Termin und einen Ort aus, um sie abzuholen. Es war Abend und wir hatten vor etwas essen zu gehen und ich wartete am vereinbarten Standort, etwas abgelegen von ihrem Wohnort, denn ich durfte nicht wissen wo sie wohnt. Sie kam meistens etwas später und sie setzte sich in mein Auto. Alles war noch in bester Ordnung und die Stimmung war so weit noch auf einem Höhepunkt. Also fuhren wir zu dem Restaurant und begeben uns hinein. Sie sieht echt toll aus und ich auch. Alles klar so weit.

Wir bestellen etwas und wir beginnen zu reden. Wenn man so viele Probleme hat, ist es schwer von etwas neutralem zu reden. So kommt das Thema früher oder später auf ihre Geschichte. Das Thema bringt sie leider in Stress und mich auch, ich versuche mit Ruhe die Sache zu überspielen. Das löst bei ihr noch mehr Stress aus, denn ich hätte sie mit irgendetwas ablenken sollen, mir fällt leider nichts ein, bin ja selber gestresst, also dreht sich das “Karussell“ weiter.

Sie versucht sich trotzdem selber zu beruhigen und das gelingt ihr nicht im ersten Moment, also steht sie auf und sagt: „ich möchte gehen“. Nach einem kurzen Moment setzt sie sich wieder und sie versucht sich weiter zu beruhigen. Sie erklärt mir mit einer etwas japsenden Stimme, dass sie sich furchtbar aufrege und ich nicht verstehe, dass ich sie eigentlich ablenken solle.

Man sitzt da wie ein begossener Pudel, die Leute schauen und verstehen auch nicht was da los sei, die denken dass ich ihr etwas angetan haben muss, sonst wäre sie ja nicht in diesem Zustand. Mir war das furchtbar peinlich, aber ich wusste auch nicht wie ich mich verhalten sollte und bin auf solche Situationen auch nicht vorbereitet. Wenn ich versucht habe sie mit einem anderen Thema abzulenken, war das ein jämmerlicher Versuch, da ich aus diesem Strudel auch nicht heraus kam und man mir und meiner Stimme dies anmerkte, ich bin leider kein guter Schauspieler.

Wenn ich Glück hatte, konnte sie sich selber wieder beruhigen und wir konnten noch in Ruhe zu ende speisen, wenn ich Pech hatte mussten wir das Lokal, mehr oder weniger fluchtartig verlassen. Egal wie es zu ende ging, der Abend war dadurch schon vorbelastet. Je mehr ich im laufe der Zeit verbockt hatte, um so schneller war sie in diesem Zustand. Ein Teufelskreis und ich wusste je länger je mehr nicht wie ich dies ändern konnte. Dies war am Anfang unserer Beziehung noch nicht so dramatisch und es gab auch Abende ohne dieses Dilemma, es hat sich aber im Laufe der Zeit immer mehr verschlimmert.

Wir standen dann vor dem Lokal und sie erklärte mir, dass dies alles mir ihrer Vergangenheit zu tun habe, weil ihr Umfeld von damals sie bewusst oder unbewusst in lebensbedrohliche Situation gebracht haben um sie zu manipulieren. Dies waren in erster Linie Männer die einfach nur mit ihr ins Bett wollten, oder sie sogar zu einer Lebensgemeinschaft zwingen wollten.

Das ist natürlich eine schlimme Sache und ich war der letzte der ihr so etwas antun wollte und nun war ich derjenige der sie in eine solche Situation brachte. Mir tat das auch unendlich Leid und ich entschuldigte mich auch bei ihr. Dies hatte auch nicht den erwarteten Effekt und die Beschuldigungen für mein Versagen wurde noch einmal in voller Länge rezitiert. Das war ihre Art den Stress abzubauen. Für mich war das auch nicht erbaulich, aber jetzt ja nichts erwidern sonst geht das ganze von vorne los.

Nach so einem Abend gab es nicht mehr viel Möglichkeiten etwas zu unternehmen, auch ich hatte mir das anders vorgestellt. Zu ihr konnten wir auch nicht, denn ich durfte ja nicht wissen wo sie wohnt, in die Stadt war auch nicht angesagt, sie hätte sonst Jemand treffen können von früher und sie in eine unangenehme Situation bringt, also gab es nur die Möglichkeit zu mir.

Ich fahre also los und fahre in Richtung zu mir. Was sage ich in einem solchen Moment, am besten nichts? Nein ist auch nicht gut, schon zu spät, sie sagte plötzlich ich solle sie in der Nähe bei ihr zuhause absetzen. Ok, wenn sie es so will. Habe damals noch nicht verstanden, dass das ein Test sein soll und sie mit mir eigentlich nur ins Bett wollte. Sie wollte dass ich kontere und sie dazu überrede mit mir ins Bett zu gehen. Sie war nicht fähig mir das einfach zu sagen, sie war es gewohnt von den Männern angebaggert zu werden und die haben sie ständig danach gefragt, ob sie mit ihnen ins Bett will.

Egal, bin ja nicht Jemand der sich aufdrängt, ich also wieder Situation verpatzt. Sie sagt mir dass ich nach Hause fahren soll und sie ruft mich später an. Ich fahre also nach Hause und warte auf das Telefon. Kein Telefon, warte noch etwas und hoffe ich habe meine Ruhe, denn ich bin schon etwas müde. Lege mich hin und mache es mir gemütlich. Plötzlich klingelt das Telefon und eine kreischende Stimme kommt mir entgegen und fragt mich warum ich nicht anrufe.

Meine blöde Antwort: „Du hast gesagt Du rufst an“. Dann kam ein Schwall von Beleidigungen. Ich zitiere jetzt nur sinngemäß, „Ich bin kein Mann, ich bin zu blöd für alles, ich bin ein nichts etc. und sie mache schon die ganze Zeit Selbstbefriedigung.

Ich denke nur, so was ist mir zu blöde und eigentlich habe ich ja keine Beziehung und wenn das jetzt schon so ausartet was kommt da sonst noch hinterher. Also lasse ich sie weiterquatschen, bis sie mir das Telefon auflegt. Ich denke, ok bin ich sie los, habe genug andere Sorgen, so was kann ich jetzt im Moment gar nicht gebrauchen. Ich mache es mir wieder gemütlich und nach etwa 5 Minuten läutet es erneut. Sie fragt warum ich ihr nicht zurückrufe? Ich, warum sollte ich? Sie, weil das eine Frechheit ist, sie einfach sitzen zu lassen und sie müsse es sich selber alleine machen und wie blöd ich eigentlich sei, denn sonst könnten wir zusammen Sex haben.

Ich bin sprachlos, wieder mal keine Ahnung was man da sagen soll. Abfällige Bemerkungen sind überhaupt nicht angebracht, wegen ihrer Stresssymptome, ich gebe ihr trotzdem zu verstehen, dass es so keinen Sinn macht und wir unser “was auch immer“ beenden sollten. Wieder das Telefon aufgelegt, erneut nach 5 Minuten angerufen, was mir eigentlich einfällt und so was habe sie schon gar nicht nötig und sie sei doch kein Masochist, etc., ich erspare ihnen jetzt die nächsten 15 Minuten Palaver.

Wider aufgelegt, schalte den Anrufbeantworter ein und lasse sie ins leere laufen. Gut gemacht denke ich. Nach etwa 20 Minuten klingelt es an der Haustüre. Ein Taxi, habe ich ein Taxi bestellt? Nein, aber sie für mich, aber nicht um mich mitzunehmen, sondern um mir verstehen zu geben “so nicht“. Ja gut denke ich, wenn’s weiter nichts ist. Es ist mittlerweile schon nach Mitternacht.

Nach einer halben Stunde, wieder klingeln an der Haustüre, wieder ein Taxi. Irgendwann musste ich einsehen, ich werde keine Ruhe haben, bis ich mit ihr geredet habe, aber da hat man ja auch keine Ruhe. Widerwillig rufe ich an und höre mir ihren Frust an, bis wir zum Schluss kommen, dass wir müde sind und jetzt lieber schlafen gehen, morgen ist ja auch noch ein Tag.

Ok, denke ich, endlich schlafen, verabschiede mich und lege auf. Wieder ruft sie nach einer halben Stunde an und ich höre mir das ganze erneut von vorne an, sie macht Selbstbefriedigung und ich bin nicht normal und ich sei doch kein Mann, etc. So geht das weiter um Stunden und ich habe noch kein Auge zugetan.

Es ist jetzt 4 Uhr, wieder klingelt es an meiner Tür, diesmal steht sie vor der Tür, den Schlüssel hat sie ja noch, was soll ich machen, sie poltert an die Tür, die ist imstande und macht alles kaputt nur damit ich nachgebe, also mache ich auf sie stürmt herein und setzt sich hin. Ich habe jetzt weder Lust auf das eine noch das andere, ich bin auch überhaupt nicht in Stimmung sondern nur noch angewidert. Ich kann auch keinen klaren Gedanken fassen und warte mal ab, was sie zu sagen hat. Sie hingegen wartet bis ich mich auf sie stürze und ich sie vernasche. Das was sie die letzten Jahre von den Männern verabscheut hatte, erwartete sie jetzt von mir, schon irgendwie kurios, verstehe ich nicht und bin auch nicht der Typ dazu. Zu blöd aber auch.

Sie leiert mir wieder das bekannte Lied vom Schlappschwanz vor und ich höre ihr geduldig zu und denke nur noch “lieber Gott, lass das ein Ende haben“. Aber ich weiß auch irgendwie, dass das keine Ende nimmt, hoffe immer noch auf Vernunft, aber auch dies ist vergeblich.

Irgendwann beginnen wieder die Krämpfe und ich versuche sie zu beruhigen, aber wie so oft erfolglos. Irgendwann hat sie es im Griff und ich denke mir, schlafen kann ich sowieso nicht, vielleicht kann ich sie doch ins Bett kriegen, damit ich irgendwann meine Ruhe bekomme. Es ist jetzt 6 Uhr in der Früh und endlich kommen wir dazu endlich das zu tun was sie schon von Anfang an wollte. Ich bin zum Glück nicht der schlechteste Liebhaber, also bekomme ich das noch hin.

Es ist 8 Uhr und ich habe immer noch nicht geschlafen, bin aber so aufgedreht, dass ich gar nicht schlafen kann. Wir gehen ins nächste Cafe und lassen uns das Morgenessen servieren. Scheint ja wieder alles in Ordnung zu sein. Ich fahre sie anschließend nach Hause und ich gehe zu mir und versuche zu schlafen.

Freitag, 29. Juli 2011

Eintrag 4, ihre Krankheit

Mit der Zeit wurde der Kontakt immer intensiver, da wir uns gegenseitig helfen konnten und uns auch sonst gut verstanden. So kam es auch, dass ich sie eines Abends bei mir Zuhause verführte. Damit änderte sich vieles, nicht auf Anhieb, aber es machte sich so nach und nach in meinem Alltag bemerkbar.

Ich hatte nicht vor in eine Partnerschaft mit ihr zu gehen, aber sie hatte schon fast die volle Kontrolle übernommen, ohne dass mir das recht bewusst war. Man nennt das wohl Ironie des Schicksals, denn schon meine Frau, mit der ich, juristisch gesehen, noch immer verheiratet war, hatte mich zuvor auch schon kontrolliert und total eingeengt. Es scheint ein Naturgesetz zu geben. Nur weil ich den Partner wechsle bedeutet dass noch nicht, dass ich meine Probleme wechsle, ich und meine Problem sind immer noch die selben.

Da ich sehr offen und ehrlich über mich und meine Situation reden konnte, gab ich natürlich mehr oder weniger alle meine Geheimnisse preis und es ist ein Leichtes für Jemand der damit rumspielen möchte, dies auch zu tun. Aber so war ich zu dieser Zeit und wie soll Vertrauen entstehen wenn nicht durch Ehrlichkeit. Es ist nicht so, dass ich heute nicht mehr ehrlich bin, aber ich mache heute einen Unterschied wem ich was und wann erzähle und gewisse Dinge spreche ich schlicht nicht mehr an.

So nach und nach erzählte sie mir auch von ihren Problemen und die waren alles andere als harmlos. Irgendwann einmal gab sie mir ein ärztliches Attest, worin zu lesen war, dass sie eine seltene Stoffwechselkrankheit habe die sich Morbus Fabry nennt. Ich hatte zuvor noch nie davon gehört und konnte mir auch nichts darunter vorstellen.
Sie sagte mir, dass ich jetzt gut zuhören und mir das merken soll, denn ihr Leben hängt davon ab. Sie erklärte mir, dass sie dadurch von anderen Menschen in lebensbedrohliche Situationen gebracht wurde und es wichtig sei, dass ich darüber informiert werde und ich wissen muss, was in einer solchen Situation zu tun sei. Ich hörte mir das in Ruhe an und verstand am Anfang nur Bahnhof.

Das war nicht gut, gar nicht gut, denn am nächsten Tag hatte ich bereits vergessen wie sich diese Krankheit nennt. Darauf angesprochen musste ich zugeben es nicht mehr zu wissen. Das hatte eine Moralpredigt zur Folge die sich gewaschen hat. Ja klar wenn dadurch das Leben eines Menschen bedroht wird, hat man ja auch ein gewisses Verständnis. Sie erklärte mir auch dass durch das erlebte von ihr Atemstörungen, Herzbeschwerden und Kopfschmerzen auslöste die sie Handlungsunfähig machte. Klar, damit war nicht zu spaßen. Was sollte ich da auch schon antworten. Jede unbedachte Antwort hat dazu geführt, dass sie noch mehr in Rage geriet und sich die geschilderte Symptomatik bemerkbar machte.

Ich versuchte also in diesen Situationen möglichst gelassen zu reagieren, was mir nicht immer gelang. Dies hatte zur Folge, daß ich immer ruhiger wurde und sie immer hektischer. Sie redetet überhaupt immer sehr viel und ausgiebig, so dass man praktisch gar nicht zu Wort kam.

Ein weiteres Problem war ihre Wohnsituation. Durch denunzierungen, also falschen Anschuldigungen von ihren Verfolgern hatte sie ihren Wohnsitz aufgeben müssen sich so eingemietet, dass sie niemand finden konnte. Sie war dort unter falschem Namen nicht einmal mir sagte sie wo sie genau wohnte.

Wenn ich sie mit dem Auto abholte, war das immer im Umkreis von etwa 200 m, so dass man nicht zurückverfolgen konnte wo das war, mich interessierte das auch nicht sonderlich, da ich für ihre Situation Verständnis hatte und sie mir auch vertrauen konnte. Dies ist meine Art, führte aber dazu, dass sie mir dies eines Tages vorhielt, so nach dem Motto, ich interessiere mich ja deshalb gar nicht richtig für sie. Ein richtiger Mann wäre ihr schon lange nachgegangen, schon alleine deswegen um mit ihr ins Bett zu steigen.
Ah ja, naja, Ansichtssache, was soll ich denn jetzt tun um es richtig zu machen? Egal wie man es anstellt, es ist falsch. Diese Erfahrung musste ich nun in Zukunft häufiger machen, aber das war erst der Anfang.

Durch eben mein “falsches Verhalten“, kam es immer öfter dazu, dass es bei ihr besagte Beschwerden auslöste. Das war ein echter Teufelskreis, denn ich konnte ihr nicht helfen und sie konnte auch nicht zu einem Arzt gehen oder auf die Notfallstation, da diese durch die Diffamierungen von ihren ehemaligen Peinigern, sie gar nicht mehr behandelten.

Außerdem hatten die meisten Ärzte ja auch keine Ahnung von dieser Krankheit. Das bedeutete man musste diesen Ärzten zuerst die Situation erklären und das verschlimmerte die Situation noch erheblich, da ja der Stress und Jedes Misstrauen gegen sie, diese Symptome auslöst. Die Ärzte möchten ja auch nicht als Vollidioten dastehen und geben dann in diesen Situationen leider auch die falschen Empfehlungen und Diagnosen. Sicher sind das nicht die Hauptsymptome gewesen, aber die Krankheit haben dies offensichtlich begünstigt.

Da sie diese Erfahrungen schon ohne mich gemacht hat, kam diese Option schon gar nicht mehr in Frage und ich musste hilflos zusehen wie sich ihr Zustand in solchen Situationen zunehmend verschlimmerte.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Eintrag 3; Ihr Exfreund

Es ging darum die Wohnung von ihrem Exfreund zu räumen und offensichtlich waren sie nicht mehr in der Lage normal miteinander zu reden. Sie behauptete er sei gewalttätig und er behindere sie wo es nur gehe und er würde ihr nachstellen. Wie schlimm solche Situationen sein können habe ich bisher in dieser Form noch nicht erlebt und konnte mir die Tragweite noch nicht so richtig vorstellen. Ich hatte jedenfalls ich nicht den Eindruck, dass ich etwas zu befürchten hätte.

Sie musste deshalb jedes Vorgehen immer genau abwägen um am wenigsten Komplikationen zu verursachen. Dies bedeutete, dass sie sich immer alles gut überlegen musste und das konnte dauern.
So waren wir einmal Nachts in der Wohnung die halb leer geräumt war und prompt wurden wir beobachtet. Das Auto ihres Exfreundes fuhr langsam die Strasse entlang. Nach einer kurzen Weile war er auch wieder verschwunden, wahrscheinlich hat er bemerkt, dass wir ihn beobachten.

Ich fragte sie natürlich wer er ist, was er tat und wie es zu dieser Trennung kam. Viel Gutes hatte sie nicht über ihn zu berichten, aber was ich so vernahm, war er ein Durchschnittstyp mit geringem Gewaltpotential. Er gehörte in seinen jungen Jahren zwar mal zu einer Rocker Clique, hat sich dann aber doch dem “Mainstream“ angepasst.
Persönlich lernte ich ihn nie kennen, legte auch keine besonderen Wert darauf. So im Nachhinein würde mich allerdings seine Sicht der Dinge schon interessieren. Aber ich kann es mir auch in etwa vorstellen. Man muss ja auch nicht gleich jeden schlafenden Hund wecken.

Sie hingegen legte Wert darauf ihn zu bestrafen, in dem Fall nichts besonderes aber so rief sie auf teure Sexhotlines an um die Telefonrechnung entsprechend zu erhöhen, die er letztendlich bezahlen musste. Sie sah es als Vergeltung für das was er ihr angetan und ihren finanziellen Schaden den sie durch ihn erlitten hat.
Das Ganze war aber nur die Spitze des Eisberges wie es sich später tropfenweise herausstellen sollte, das war schon eine ausgewachsene Katastrophe die sich dahinter verbarg, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht und konnte mir das auch gar nicht vorstellen. Ich bin in einfachen Verhältnissen aufgewachsen und kannte so die familiären Probleme die es geben kann und vielleicht auch noch tragische Geschichten aus dem Fernsehen, aber das kann man fast nicht glauben wenn man es nicht selber erlebt hat. Viele Menschen konnten das auch nicht, denen ich versucht habe diese, meine Geschichte zu erzählen. Ganz abgesehen davon, kann man das auch nicht in 10 Minuten oder gar einer Stunden vermitteln, das übersteigt jede Vorstellungskraft.

Auch der Begriff “Stalking“ gab es im deutschen Sprachgebrauch noch nicht und ich wusste lange nicht, wie ich das in einfache Worte fasse was ich erlebt habe. Wenn ich heute diesen Begriff verwende, gibt es doch schon Einige die sich darunter etwas vorstellen können, am ehesten die, welche schon selber Opfer von Stalking geworden sind. Trotzdem ist es damit alleine nicht zu erklären, denn Jeder hat eine eigene dramatische Geschichte und die ist von den eigenen Umständen abhängig.
Es ist auch nicht so, dass Jemand von einer Minute auf die Andere gestalkt wird. Dies ist in den meisten Fällen ein schleichender Prozess, welcher sich über Wochen und Monate entwickeln kann. Die Menschen die das tun tragen auch keine Markierung auf der Stirn, so dass man sie besser erkennen könnte, sondern es sind ganz normale Menschen wie Du und ich, welche mit Kränkungen und Verlassen werden immer wie schlechter umgehen können oder es noch nie konnten. Eine Kränkung kann schon durch bloßes ignorieren erzeugt werden und kann fatale Konsequenzen nach sich ziehen. Da man eigentlich seine Ruhe will, zieht man immer den Kürzeren.

Ein sicheres Zeichen allerdings ist immer eine heftige Reaktion auf Ignoranz, zu spät kommen, oder Beleidigungen. Das sollte das erste Alarmsignal sein. Fremden Gegenüber sind solche Menschen immer sehr besonnen und lassen sich nicht provozieren, sie stellen ihre Sicht der Dinge immer so dar, wie wenn sie völlig unschuldig in diese Situation hineingeraten sind und drehen die Sache immer so um, dass alle Beschuldigungen auf das Opfer zutreffen.
Das führt häufig dazu, dass die Menschen im Umfeld sehr verunsichert sind und meistens dem Stalker glauben. Manche Menschen scheinen richtig darauf zu warten, dass der gute Ruf des Opfers beschädigt wird, damit man endlich selber mal den Dampf ablassen kann den man schon immer ablassen wollte, weil noch irgendwelche “offene Rechnungen“ zu begleichen sind, man einfach Recht haben will, einfach weil man es gerne tut, oder schlicht aus lange gehegtem Neid dem Opfer gegenüber. Es kann auch sein dass man instinktiv eher dem Stalker Recht gibt, da es am Ende das geringere Übel ist, man könnte ja selber dadurch mehr Probleme bekommen als einem lieb ist.

Dies ist ein echter Teufelskreis und da wieder herauszukommen ist eine echte Herausforderung. Es gibt leider keine Zauberformel und auch keine Sieger am Ende dieses Kampfes und ihr Gegner ist nicht nur der Stalker selbst, sondern auch die infizierten und involvierten Menschen des Stalkers und die Beamten, die leider auch nichts für sie tun können und sogar ohne böse Absicht gegen sie arbeiten, da das geltende Rechtssystem keinen Spielraum offen lässt um sie zu schützen. Auch eine Unterlassungsverfügung schützt Sie nicht wirklich vor Stalking. Nur Sie selber können diesen Ausweg finden und versuchen Sie so wenig Öl ins Feuer zu gießen wie möglich, sonst haben Sie am Ende einen ausgewachsenen Flächenbrand den Sie nicht mehr löschen können.

Doch zurück zu meiner Geschichte

Montag, 25. Juli 2011

Eintrag 2; Das erste Treffen

Gegen den Morgen beendete ich meinen Dienst und ging nach Hause. Ich musste zuerst eine Runde schlafen. Taxi fahren ist zwar nicht anstrengend, aber trotzdem sehr ermüdend. Nach dem Aufstehen überlegte ich mir, ob ich ihr anrufen soll oder nicht. Einen Anwalt hatte ich eigentlich schon, also war kein Bedarf und eine Affäre hatte ich auch noch, also war das auch nicht das Dringlichste.

So vergingen ein paar Tage und ich dachte nicht mehr sonderlich darüber nach. Eines Abends so gegen 9 rief sie mich direkt aufs Taxi an und fragte ob ich Zeit hätte sie abzuholen. Ich solle sie an der gleichen Stelle abholen. Ich sagte zu und machte mich auf den Weg.
Diesmal war sie nicht alleine. Ein Mann begleitete sie und sie stiegen Beide in mein Taxi ein. Sie war ganz aufgebracht und ich fragte was los sei. Sie erzählte mir von ihrem Ex-Freund und dass er sie bedroht hatte. Sie wollte einfach nur weg. Sie zitterte wie Espenlaub.

Ich legte meine Hand auf ihre um sie zu beruhigen und machte ihr den Vorschlag, zu mir nach Hause zu fahren und darüber zu reden. Sie willigt ein und wir fuhren zu mir. Ich wohnte damals an der Gutenbergstrasse und ich begleitete sie in meine Wohnung.
Nachdem ich den Beiden etwas zu trinken gab und wir etwas geredet hatten, sagte ich den Beiden, dass ich noch zu arbeiten habe, sie aber noch etwas bleiben können. Sie sollen mir den Schlüssel einfach anschließend in den Briefkasten werfen.

Als ich dann am morgen nach Hause kam war kein Schlüssel im Briefkasten. Ich dachte mir vorerst nichts dabei und rief sie an, ihr Name ist Tanja und ich fragte sie nach dem Schlüssel. Tanja erklärte mir, dass Sie den Schlüssel mitgenommen habe und ich ihn bei Gelegenheit wieder erhalte. So schien alles in Ordnung zu sein und ich fragte nicht weiter nach.
Ein oder zwei Tage später habe ich ihr dann doch angerufen und sie gefragt, ob sie einmal Zeit hat, sich die Unterlagen von meinem Scheidungsverfahren anzusehen und mich zu beraten. Sie willigte ein und wir machten einen Termin aus an einem meiner freier Tage.

An dem Tag war ich schon ein bisschen aufgeregt, aber ich gehöre nicht zu den Männern die jeder Frau gleich den Hof machen und sie mit Komplimenten überschüttet. Ich lasse die Dinge immer ein bisschen reifen und versuche auf dem Teppich zu bleiben. Ganz abgesehen von den Erfahrungen die ich mit meiner Frau gemacht habe, hatte ich auch nicht gerade das beste Frauenbild.
Wie auch immer, sie kam sehr gut gekleidet und sehr sexy zu mir, aber ich bezog das nicht auf mich oder irgendwelche Absichten von ihr, es war einfach ihre Art so herumzulaufen, ich kannte sie auch gar nicht anders. Ich machte deshalb auch kein besonderes Aufsehen deswegen und bat sie herein.

Ich bot ihr etwas zu trinken an und wir fingen an zu reden. Ich kam sehr schnell zur Sache und gab ihr den Ordner zur Durchsicht. Währenddessen erklärte ich ihr meine Situation und sie hörte mir am Anfang einfach zu. So nach ca. 1 Stunde schien sie es ziemlich eilig zu haben und machte sich davon.
Keine Ahnung was da abgelaufen war, aber schließlich hatte ich andere Sorgen. Ich rief sie dann einen Tag später an und fragte sie was los sei und ob sie mir helfen könnte. Sie faselte irgendwelche Sachen von, das habe sie noch nie erlebt und ob ich den gestört sei in Anwesenheit einer so hübschen Frau völlig kalt zu bleiben. Ich war sprachlos, keine Ahnung was das sollte, bin ich denn so blöd? Ich versuchte sie irgendwie zu beruhigen und ließ die Sache auf sich beruhen.

Ein paar Tage später kam sie auf mich zu und fragte ob ich ihr helfen könnte, da sie ja auch ihre Problem mit ihrem Exfreund hat. Ja sicher, ich bin ja hilfsbereit und helfe gerne.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Stalking - Eine wahre (Leidens-)Lebensgeschichte

Die Geschichte liegt hinter mir, deshalb kann ich heute sehr differenziert darüber berichten, leider fehlt mir eine genaue Chronologie, aber ich hoffe trotzdem, dass sie für Interessierte einen Einblick geben in die Seele von zutiefst verunsicherten Menschen.


Ich bin heute ein Mann Mitte 40 und lebe seit Jahren wieder in einer harmonischen Beziehung und blicke auf Ereignisse zurück die mein Leben stark verändert und mitgenommen haben. Trotzdem konnte ich die Dinge immer positive sehen, auch wenn es Zeiten gab wo man nur noch verzweifeln konnte, denn in jedem Unglück ist der Kern des Guten verborgen.

Die Geschichte hat meine Einstellung zum Leben und den Dingen um mich herum komplett auf den Kopf gestellt, aber ich bin daran gewachsen und habe daraus gelernt. Aus heutiger Sicht war es für mich die Schule des Lebens, aus meinen Schwächen wurden Stärken und ich bin reifer geworden und kann die Menschen heute viel besser wahrnehmen, als mir dies vorher gelang.

Angefangen hat alles vor gut 20 Jahren, ich hatte mich frisch von meiner damaligen Frau getrennt und wohnte alleine. Ich konnte also tun was ich wollte und genoss für den Moment die wiedererlangten Freiheiten.

Ich ließ mich etwas treiben und hatte auch nicht die Absicht mich gleich wieder zu verlieben. Aber es kam alles anders als ich es erwartet hatte, ganz anders.

Mein Beruf war zu dieser Zeit Taxifahrer, was mir auch irgendwie spaß machte, ich war abgelenkt, musste nicht zuviel studieren und hatte ein wenig Unterhaltung durch die Fahrgäste und Arbeitskollegen.

Durch diese Arbeit lernte ich viele neue Gesichter kennen und ließ mich auf das eine oder andere Abenteuer mit einer Frau ein. So ließ ich die Dinge einfach ein wenig treiben und lebte von Tag zu Tag.

Eines Nachts, so gegen 2 Uhr hatte ich eine Bestellung am Zentralplatz in Koblenz. Wie immer fuhr ich direkt dorthin, schaute mich um und konnte auf Anhieb niemanden entdecken. So fuhr ich ein wenig auf die Seite und wartete. Da die Bestellung über eine Telefonzelle erfolgte, konnte es auch bedeuten, dass ich vergebens wartete.

Doch schon nach etwas 2 Minuten tauchte 1 Gestalt aus dem Dunkeln auf und lief direkt auf mein Fahrzeug zu. Es war eine Frau, sie war sehr attraktiv um nicht zu sagen sehr sexy gekleidet, ein echter Hingucker.

Sie schaute zuerst mich an und stieg dann in den Wagen ein, direkt neben mir. Ich fragte wohin sie fahren wolle und sie gab mir nur eine grobe Richtung an und sagte: „zum Clemensplatz bitte“.

Ich fuhr los und wir begannen zu plaudern. Ich erzählte ihr vor allem, darüber, dass ich zur Zeit getrennt von meiner Frau lebe und welche Sorgen mich plagen, da ich mich von ihr und der Justiz ziemlich ungerecht behandelt fühlte.

Da das Ziel nicht weit war, hielt ich irgendwo am Straßenrand und wir redeten weiter. Sie gab mir zu verstehen, dass sie mich juristisch beraten könne und tauschten unsere Telefonnummern. Wir verabschiedeten uns und ich wollte daraufhin weiterfahren. Daraus wurde leider nichts, die Batterie war leer. Ich hatte das Licht brennen lassen und nicht bemerkt, dass wir schon über eine Stunde im Auto geredet hatten. So musste ich die Zentrale benachrichtigen, die mir Jemand zum Überbrücken vorbeischickte. So was peinliches aber auch.